Online-Assessments – vailde & effizient!

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Online-Assessments haben die Welt der Talent- und Führungskräfteauswahl stark verändert. 
Seit Beginn der Pandemie führen wir sämtliche Assessment & Development Center, Potenzialverfahren und Management Audits unserer Kunden virtuell durch. Unser Resümee vorab: Diagnostische Online-Verfahren haben ihren Durchbruch geschafft und sind keine bloße Eintagsfliege in Zeiten von Corona!

Was anfangs wie ein „Notnagel“ aussah, entpuppt sich mehr und mehr als ein valides & effizientes Format. Doch so attraktiv virtuelle Assessment-Verfahren erscheinen – virtuell ist nicht vor Ort. Das Online-Format funktioniert anders, als das Präsenz-Format und muss von allen Beteiligten richtig „verstanden“ und umgesetzt werden. Eine sorgsame, durchdachte Vorgehensweise ist das „A & O“.

Auf was HR achten muss

In inzwischen über 150 virtuellen Assessment-Verfahren haben wir viele wertvolle Erfahrungen gemacht. Die drei wichtigsten Handlungsempfehlungen fürs Aufsetzen und Durchführen von Online-Assessments auf den Punkt gebracht:

1. Wahrnehmungs-Unterschiede beachten

Die Beobachtungsmöglichkeiten sind online naturgegeben anders, als offline: Entscheider und Beobachter haben manchmal das Gefühl, dass in einem Online-Assessment persönliche Eindrücke weniger stark hervortreten. Im Vorfeld sollte daher mit allen Beteiligten geklärt werden, inwieweit das Kennenlerngespräch bzw. Vorabinterview, das in der Regel den Assessment-Verfahren vorgeschaltet ist, auch vor Ort stattfinden könnte.
 
In puncto Körpersprache werden online bestimmte Aspekte stärker, andere wiederum weniger wahrgenommen. Bei AC-Teilnehmern, die im Homeoffice vor der Webcam sitzen, kann man – bei guter Video- und Audioqualität – Mimik und Stimme durchaus differenziert wahrgenommen werden. Auf der anderen Seite bleibt ein ganzheitlicher Eindruck der Körpersprache auf der Strecke. Die persönliche Präsenz im Raum und das Standing vor einer Gruppe oder kann deutlich weniger transportiert und wahrgenommen werden.

2. Adäquate Übungen einsetzen

Während manche Übungen aus dem Präsenzformat weiterhin nutzbar sind, eignen sich andere weniger. Aus unserer Sicht haben sich folgende Übungen als praktikabel und aussagekräftig erwiesen:

Selbstpräsentation: Im Vorfeld erhalten die Teilnehmer diese Übung mit gezielten Fragen zur Vorbereitung auf das AC. Dazu eignen sich Fragen wie diese: Was waren die wesentlichen Stationen und Wendepunkte Ihres Werdegangs? Was waren bislang die größten Erfolge, was war der nachhaltigste Misserfolg? Welche Werte zählen persönlich in der Zusammenarbeit mit Kollegen und Kunden? An welchen Themen und Lernfeldern arbeiten Sie aktuell, was möchten Sie in der Zukunft lernen? Welche Ziele haben Sie für diese (Führungs-) Position und wie wollen Sie führen?

Fallstudie: Wie auch im Präsenzverfahren, so können auch im Onlineverfahren Fallstudien (Case-Studies) eingesetzt werden. Wichtig ist, dass über das Webconferencing-Tool die betreffenden Dokumente nur eingeblendet und digital bearbeitet werden können. Ansonsten läuft man Gefahr, dass die entsprechenden Unterlagen im Nachgang in weitere Hände gelangen und schlimmstenfalls intern „die Runde machen“. 

Interview: In einem strukturierten Interview können einzelne Kompetenzen vertieft werden. Wichtig ist auch beim Online-Format, darauf zu achten, die Atmosphäre so zu gestalten, dass sich die Teilnehmer wohl fühlen und das Gespräch auf Augenhöhe stattfindet. Dies online im doppelten Sinne – sei es in der Gesprächsführung, als auch optisch, mit einem offenen, direkten Blickkontakt (Blick in die Linse!)

Simulationen: Rollenspiele, wie Mitarbeitergespräche, sind in einem Remote-Verfahren gut umsetzbar. Das Szenario des Rollenspiels lässt sich durchaus auch auf eine Videokonferenzsituation umschreiben, sodass diese noch mehr an Authentizität gewinnt. Der Vorteil einer Online-Durchführung liegt darin, dass Rollenspiele „intimer“ wirken, wenn lediglich Teilnehmer und Rollenspieler ihre Webcam angeschaltet haben und alle anderen Beobachter unsichtbar bleiben. 

Ergänzend zu den Fremdeinschätzungen aus dem Online-Assessment Verfahren empfehlen wir den Einsatz eines validen diagnostischen Tools. Der Teilnehmer bekommt im Vorfeld einen Link für den onlinegestützten Persönlichkeitstest, dessen Selbsteinschätzung in das Gesamtergebnis oder in die Reflexion der Entwicklungsfelder einbezogen werden kann. 

3. Akzeptanz bei den Beteiligten stärken

Ob ein Online-Assessment eine ähnliche Informationsbasis bietet wie eine Präsenzdurchführung? Nicht nur Entscheider und Beobachter sind diesbezüglich bisweilen noch skeptisch. Doch auch Teilnehmer fragen sich, ob sie ihre Kompetenzen online ähnlich überzeugend vermitteln können wie bei einem persönlichen Treffen.

Um Vorbehalte und Ängste abzubauen, hat unsere Erfahrung gezeigt, dass es besonders wichtig ist, im Vorfeld des Online-Assessments Vertrauen zu schaffen. Wir raten daher, dass sich der Moderator und Teilnehmer des Assessment Centers vorab online auf der genutzten Plattform treffen. So kann eine Vertrautheit hinsichtlich der durchführenden Person und des Ablaufs entstehen. Erfahrungsgemäß fühlen sich die Teilnehmer dann wohler und besser abgeholt.
Teilnehmer und Beobachter melden uns am Ende eines Online-Assessments beinahe immer sehr Positives zurück. Oft sind sie überrascht von der Intensität der Eindrücke und der Qualität des Feedbacks. 

Unser Fazit: 

Online Assessment Center haben sich inzwischen als eigenständige Durchführungsformat etabliert. Auch wenn sie die klassische Durchführung von Präsenzverfahren vermutlich nicht völlig ablösen wird, so wird es diese mit Sicherheit auch nach der Pandemie noch geben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Sie sind schnell, kostensparend und valide.

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