Empathie in der virtuellen Führung

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Empathie in der Führung ist jetzt die Schlüsselkompetenz! Denn das, was für die Offline Welt schon lange gilt, zählt jetzt für die Online Welt um so mehr. Der Draht zum Mitarbeiter wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor in der virtuellen Welt. Die früher oft belächelten Soft-Skills werden jetzt zu ausschlaggebenden Fokus-Skills!

Wie gut die Zusammenarbeit vom Homeoffice aus funktioniert, hängt also wesentlich davon ab, wie empathisch das Team geführt wird. Darauf sollten Führungskräfte achten, damit Empathie auch virtuell gelingt:

#1  Fingerspitzengefühl

Virtuelle Führung muss ohne den direkten Kontakt vor Ort auskommen. Umso wichtiger sind feine Antennen: Wie geht es Ihrem Team? Was brauchen die einzelnen Mitarbeiter? Wen begleiten Sorgen? Bei wem turnen Kinder durchs Homeoffice? Wer fühlt sich nicht ausreichend wahrgenommen? Wer gerät im Solo-Arbeitstag daheim ins Schlingern, verzettelt sich oder verliert die Lust? Wichtig daher: auf kleine Anzeichen achten. Hilfreich sind regelmäßige digitale Konferenzen mit Blickkontakt. In Zweiergesprächen können Sie zudem nachfragen, zuhören und Verständnis zeigen: „Ich verstehe dich, wir schaffen das gemeinsam.“

#2  Transparenz und Klarheit

Aus der Ferne ist schwerer zu überblicken, was in der Firma vor sich geht und was der Chef erwartet. Daher zählt Transparenz doppelt. Hier stehen wir, das liegt gerade an, dieses plant die Firma, so sehen die nächsten Schritte in die Zukunft aus, das ist das langfristige Ziel. Gerade bei virtueller Führung sind klare Ansagen unverzichtbar. Ziel- und Ankerpunkte helfen Mitarbeitern, sich in Krisenzeiten zu orientieren. Führungskräfte sollten nicht verschleiern, wenn die Zukunft auch für sie unsicher oder ungewiss erscheint. Denn Offenheit und Ehrlichkeit gegenüber den Mitarbeitern schafft Vertrauen.

#3  Motivation

Manche Heimarbeiter verlieren leichter die Motivation, wenn sie nicht mehr in den Firmenalltag vor Ort eingebunden sind. Daher hilfreich: kleine, übersichtliche Aufgaben verteilen. Das verschafft Erfolgserlebnisse und bietet Gesprächsanlässe. Wichtig: regelmäßig Feedback geben. Gut: von eigenen Erfahrungen berichten. Wenn ein Mitarbeiter mit Motivationsschwierigkeiten hört, dass es dem Chef auch mal so geht, wirkt das authentisch und schafft Vertrauen.

#4  Bedürfnisorientierung

Empathisch führen heißt nicht, so zu führen, wie man selbst gerne geführt werden würde. Entscheidend ist, den Bedürfnissen der Mitarbeitenden auf die Spur zu kommen. Welche Typen habe ich im Team? Welcher Mitarbeiter braucht regelmäßig knappe, sachliche Anweisungen? Welcher legt viel Wert auf menschlichen Austausch? Welcher Mitarbeiter wünscht sich ausführliche Begründungen für Aufgaben und Strategien? Welcher legt besonderen Wert auf Harmonie? Daher: ohne sich permanent in die Führungsbedürfnisse der einzelnen Teammitglieder einzufühlen, geht es nicht. Nützlich: zum Wochenabschluss kurze Notizen machen. Was ist einem aufgefallen, was ist gut gelaufen, wo hakte es?

#5  Nähe und Distanz

Führen mit Empathie – egal ob virtuell oder offline – bedeutet nicht, sich in den Gefühlen der Mitarbeiter zu verlieren. Professionelle Distanz ist unerlässlich. Ein Chef oder eine Chefin ist kein universeller Problemlöser. Auf einen gelungenen Mix zwischen Empathie und Professionalität kommt es an. Dieser gelingt, indem eine Führungskraft zum Beispiel lösungsorientiert den Fokus auf die Erfordernisse des Arbeitsalltags lenkt: „So können wir gemeinsam vorgehen, damit Sie trotz Ihrer privaten Schwierigkeiten die Arbeit gut bewältigen können.“

#6  Feedback

Empathie lässt sich lernen, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Hilfreich ist ein regelmäßiger Check: Wie wirken meine Worte in einer Teambesprechung am Telefon? Wie viel von meiner Botschaft ist angekommen? Wie höre ich zu? Welche Zwischentöne nehme ich wahr? Was verraten mir Blicke in der Videoschalte? Wo bin ich überrascht von der Reaktion meiner Mitarbeiter? Wo gibt es Missverständnisse? Stelle ich offene, nicht vorverurteilende Fragen, die dem Mitarbeiter ermöglichen, sich zu öffnen? Feedback ist jetzt wichtiger denn je!

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